Das Grundstudium

Es besteht z.Z. aus elf Lektionen. Jede behandelt ein grundlegendes Thema der Waldorfpädagogik und ist eine in sich abgeschlossene Arbeitseinheit. Der Textumfang beträgt jeweils ca. 60 Seiten und beinhaltet eine Darstellung und einen Übungsteil, der sich aufgliedert in Fragen und einen Schlüssel zu deren Beantwortung - im Sinne einer Förderung der Selbstkontrolle. Abgeschlossen wird jede Lektion mit einem Transfer (Hausaufgabe). Dieser wird der Studienleitung zur Begutachtung und zur weiteren Studienberatung zugesandt.

Wir haben uns zum Ziel gesetzt, persönlich und erfahrungsbetont aus der eigenen Unterrichtspraxis Erziehungskunst und Erkenntnis am Kinde beispielhaft zugänglich zu machen. Pädagogische Gesetzmäßigkeiten werden auf diese Weise praktisch hergeleitet und nachvollziehbar. Zusammen vermitteln die Lektionen eine gründliche Auseinandersetzung mit den zentralen Fragen der Waldorfpädagogik, wie sie für die beginnende Praxis erforderlich ist.

Dass sich ein künftiger Oberstufenlehrer auch in Fragen der kleinkindlichen Entwicklung vertieft, wie sich auch die künftige Kindergärtnerin mit Problemen der Jugendpädagogik befasst, halten wir für unverzichtbar. Denn erst wenn der Blickwinkel über die alltäglichen Aufgaben hinaus geweitet wird, wenn Verwandlungen und Entwicklungen in größeren Dimensionen wahrgenommen werden, kann eigenes Tun kreativ werden. Fehlte dieser Zusammenhang, würde man daran gebunden bleiben zu kopieren, was sich anderswo schon bewährt hatte. Das mag im Einzelfalle berechtigt und notwendig sein, würde aber den Lebensnerv pädagogischer Tätigkeit vertrocknen lassen.

In den zu erarbeitenden Transfers werden die unterschiedlichen fachspezifischen Voraussetzungen selbstverständlich berücksichtigt, so dass die Aufgabenstellungen bei einigen Lektionen differenziert werden für Klassenlehrer, Oberstufenlehrer oder Kindergärtnerinnen. Das Gesamtkonzept zielt darauf hin, die zukünftigen Waldorfpädagogen in lebensnaher Weise zu eigenständigem und an der Zukunft orientiertem schöpferischen Arbeiten zu befähigen.

Das Grundstudium dauert 1½ bis 2½ Jahre (vgl. Aufbau der Studiums). Es beinhaltet 6 Seminare (5 Wochenenden und eine Blockwoche). Hier stehen persönliche Fragen und größere inhaltliche Zusammenhänge, sowie praktisch-künstlerische Übungen im Vordergrund. Sie finden im Seminar für Pädagogische Praxis in Jena statt.

Vorliegende Erfahrungen zeigen einen ungewöhnlichen hohen Wirkungsgrad in diesen persönlichen Begegnungen. Alle Teilnehmer haben zuvor in der Regel mehrere Wochen intensiv an gleichen Fragestellungen gearbeitet und sind entsprechend gut vorbereitet bzw. motiviert. Das wirkt sich positiv auf die Zusammenarbeit und vor allem auf die Ergebnisse aus, die sich in relativ kurzer Zeit erreichen lassen. Die dabei entstehenden persönlichen Kontakte sind tragfähig, auch über die Seminare hinaus. Die Studienzeit kann in begründeten Fällen um maximal 1 Jahr verlängert werden.


Kindergarten

Aufbau des Studiums Praxisjahr